Die historische Zuverlässigkeit des Neuen Testaments

Jahrestagung, 24.–26. Oktober 2014 in Marburg

"[F]ür den biblischen Glauben ist es wesentlich, dass er sich auf wirklich historisches Geschehen bezieht. Er erzählt nicht Geschichte als Symbole über geschichtliche Wahrheiten, sondern er gründet auf Geschichte, die sich auf dem Boden dieser Erde zugetragen hat. [...] Wenn wir diese Geschichte wegschieben, wird der christliche Glaube als solcher aufgehoben und in eine andere Religionsform umgeschmolzen."

(Joseph Ratzinger (Benedikt XVI.), Jesus von Nazareth, Bd. 1: Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung)

Zum Thema

Zu den wichtigsten Fragen des christlichen Glaubens gehört die Frage nach der historischen Zuverlässigkeit der Berichte über Jesus und die ersten Jünger in den Evangelien und in der Apostelgeschichte. Das merkt man spätestens dann, wenn die Massenmedien kurz vor christlichen Feiertagen darüber berichten, "wie es wirklich war". Aber wie war es wirklich?


Viele Exegeten sehen in dem Bericht über die Jerusalemer Urgemeinde im ersten Teil der Apostelgeschichte eine idealisierende Rückprojektion ohne größeren historischen Wert. Ist dieses Urteil philologisch und im Vergleich mit anderen zeitgenössischen Quellen haltbar?  Dazu sollen auch neuere archäologische Erkenntnisse vorgestellt werden.


Etwa die Hälfte des Lukas-Evangeliums besteht aus Sondergut, das keine direkten Parallelen in den übrigen Evangelien besitzt. Zu diesem Sondergut gehört zum Beispiel auch die Weihnachtsgeschichte. Wir wollen der Frage nachgehen, woher die lukanische Sonderüberlieferung stammt und wie ihre historische Zuverlässigkeit einzuschätzen ist.


Was lässt sich aus der Perspektive eines Althistorikers über die historische Glaubwürdigkeit der Verfasserfrage, der Datierungsfrage und des Lokalkolorits der Apostelgeschichte sagen?

Referenten:

Prof. Dr. Rainer Riesner, Dortmund

Prof. Dr. Alexander Weiß, Leipzig
Dr. Jürgen Spieß, Marburg

Das Programm im Detail:

Freitag, 24. Oktober 2014
18:00Abendessen
19:30Die Jerusalemer Urgemeinde: Literarische Quellen und archäologische Funde
Prof. Dr. Rainer Riesner
Samstag, 25. Oktober 2014
8:30Frühstück
9:30

Die lukanische Sonderüberlieferung und die Weihnachtsgeschichte

Prof. Dr. Rainer Riesner

12:15Mittagessen
14:30Kaffeetrinken
15:30Karl May, die Apostelgeschichte und die historische Glaubwürdigkeit
Prof. Dr. Alexander Weiß
18:00Abendessen
19:30FilmZeit
Sonntag, 26. Oktober 2014
8:30Frühstück
9:30Gottesdienst zum Thema
Dr. Jürgen Spieß
10:30Anfragen und Herausforderungen
12:00Mittagessen

Organisatorisches

Beginn
Freitag, den 24. Oktober 2014, um 18 Uhr

Ende
Sonntag, den 26. Oktober 2014, ca. 13 Uhr

Tagungsort
Begegnungszentrum Sonneck
35041 Marburg-Wehrda
Tel. 06421/805-450

Termine