Prof. Dr. Ulrich Eibach

Aktive Euthanasie und Beihilfe zur Selbsttötung: ein Menschenrecht?

Weltanschauliche Hintergründe und christlich-ethische Beurteilung

Über „aktive Euthanasie“ wird fast überall in der westlichen Welt kontrovers diskutiert. Die Gründe dafür sind zum einen in den gesteigerten technischen Möglichkeiten, Leben zu erhalten, zu suchen. Das wirft die Frage auf, ob all das, was die Medizin zur Verlängerung des Lebens tun kann, wirklich dem Wohlergehen des einzelnen Menschen dient. Dennoch erklären diese Entwicklungen in der Medizin die gegenwärtige Diskussion nicht allein und nicht einmal in erster Linie, denn Menschen früherer Zeiten, in denen es kaum Möglichkeiten zu Schmerzbekämpfung gab, haben unsäglich mehr leiden müssen als heutige Menschen. Ausschlaggebend sind vielmehr die gewandelten Lebens- und Wertvorstellungen in der Gesellschaft seit den 1960-ziger Jahren, deren entscheidendes Kennzeichen eine rapide Säkularisierung ist. Das „Tabu“ der „aktiven Euthanasie“ erscheint als eine letzte, religiös begründete Bastion gegenüber einer Lebenseinstellung, die für das „autonome“ Individuum auch die uneingeschränkte Verfügung über das eigene Leben postuliert. Damit verbunden ist die Vorstellung, dass das Leben durchgehend nach eigenen Wünschen planbar sei oder möglichst sein sollte. Die Folge ist, dass man nicht mehr bereit ist, ein schweres Lebensgeschick als „Verhängnis“ hin- und anzunehmen, wenn man dieses Geschick durch eine „erlösende Tat“ beenden kann. Dementsprechend ist auch in Deutschland die Zustimmung zur „aktiven Euthanasie“ bei „Gesunden“ stetig angestiegen (1973 =50%, 2000=81%).

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