02.12.2010

Prof. Dr. Ludolf Müller

Das Bild Christi in der russischen Literatur

Der große russische Lyriker Fjodor Tjuttschew sagte 1855 in einem berühmt gewordenen Gedicht: „Denn dich, heimatliche Erde, Hat Er, der am Kreuz gelitten, Hat mit segnender Gebärde Gott in Knechtsgestalt durchschritten.“ Was der Dichter hier über das im realen Raum sich fast unendlich weit erstreckende Rußland gesagt hat, könnte man auch über das weite und große Land der russischen Literatur sagen. Seit deren Beginn vor tausend Jahren bis in unsere Zeit ist die Gestalt Christi fast überall in ihr gegenwärtig – nicht nur bei kirchlichen Schriftstellern, sondern auch bei weltlichen Dichtern und sogar bei solchen, die dem Christentum entfremdet waren oder ihm feindlich gegenüberstanden, wie etwa Turgenew oder Aleksandr Block oder gar Majakowskij. Darum ist es unmöglich, in einem kurzen Vortrag auch nur den wichtigsten dieser Spuren Christi in der russischen Literatur zu folgen. Aber wie man sich bei einer ersten Reise zu den heiligen Stätten Rußlands vielleicht auf die drei größten Heiligtümer – auf Kiew mit Sophienkirche und Höhlenkloster, auf den Moskauer Kreml und auf das Dreifaltigkeitskloster des heiligen Sergij – beschränkt, so will ich mich hier auf drei Schriftsteller beschränken, bei denen das Bild Christi mit besonderer Tiefe, Kraft und Schönheit gestaltet ist.

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