11.08.2017

Prof. Dr. Ulrich Eibach

Neurobiologie und christliches Verständnis von Freiheit und Unfreiheit des Menschen

Überlegungen zur theologischen Relevanz einer aktuellen Diskussion

Die griechisch-abendländische Tradition ist geprägt von der Vorstellung, dass die geistige Wirklichkeit den seinsmäßigen Primat gegenüber der Materie hat, dass die Geistseele den Körper so „formt“ und lenkt, dass der Mensch in seinem Handeln die vom Geist gesetzten Ziele verwirklichen kann. Diese dualistische Weltsicht wurde letztlich erst durch den Materialismus des 19. Jahrhunderts in Frage gestellt. Danach kommt der materiellen Wirklichkeit immer der seinsmäßige Primat vor dem seelisch-geistigen Sein zu. Letzteres und mit ihm alle geistig kulturellen Phänomene seien lediglich Begleiterscheinungen (Epiphänomene) materieller Prozesse, von ihnen hervorgebracht und mithin ihren Gesetzmäßigkeiten unterworfen und daher ihnen gegenüber letztlich auch ohnmächtig.

Der Beitrag geht der Frage nach, in welcher Weise die in den Neurowissenschaften und der Neurophilosophie geführte Diskussion über die Freiheit des Willens das christliche Verständnis vom Menschen berührt oder gar in Frage stellt. 

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