23.04.2013

Prof. Dr. Peter C. Hägele

Tragweite und Grenzen naturwissenschaftlicher Aussagen

Gott in der Kosmologie

Die Naturwissenschaften werden offenbar gerade in ihren Grenzbereichen als weltanschaulich relevant angesehen: In der Elementarteilchenphysik wird das inzwischen möglicherweise entdeckte Higgs-Boson als „Gottesteilchen“ bezeichnet, in der Kosmologie wird von Schöpfung gesprochen und von Gott. Die Gottesvorstellungen von Naturwissenschaftlern sind allerdings recht unterschiedlich. [...]

Es gibt viele weitere Beispiele, wo Naturwissenschaftler mit etwa gleichem wissenschaftlichen Kenntnisstand ganz verschiedene Weltanschauungen vertreten und sich unterschiedlich über Gott äußern. Das wirft die Frage auf, was die Naturwissenschaften denn aussagen und ob sie zur Gottesfrage überhaupt einen Beitrag leisten können. Die Erklärung der Welt durch die Naturwissenschaften wird oft als die eigentliche, die verbindliche, die wahre Sicht auf die Welt angesehen: Die Naturwissenschaften sagen uns, wie die Welt ist. Und wenn diese Beschreibung der Welt auch momentan noch nicht vollständig gelingt, so beantwortet doch die Wissenschaft anscheinend im Laufe der Zeit alle offenen Fragen. Andere Zugänge zum Verständnis der Welt, insbesondere auch ein Glaube, werden heutzutage von Vielen gar nicht ernstlich in Betracht gezogen. Glaube wird als unsicheres, nur vermeintliches Wissen angesehen.

Ein kritisches Nachdenken über die Naturwissenschaften zeigt allerdings, dass ihr Zugriff auf die Welt – wie auch bei anderen Wissenschaften – unter ganz bestimmten Aspekten erfolgt und damit keineswegs umfassend ist. Anhand dieser Aspekte oder Dimensionen lassen sich Leistungsfähigkeit und Tragweite,
aber auch Grenzen dieses Zugriffs eutlich machen.

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Zehn Fragen zum Wesen der Naturgesetze - 15.07.2016 12:44

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