29.11.2010

Prof. Dr. Hans Walter Wolff

Faulenzen auf Befehl

Vom Ruhetag

Anscheinend wird keinem Gebot für den praktischen Lebensvollzug solch grundlegende und weitreichende Bedeutung zugemessen wie gerade diesem Aufruf zur Arbeitsniederlegung an jedem siebenten Tag zu einer ganztägigen Unterbrechung aller Geschäftigkeit, ja, zu einem regelmäßig zu wiederholenden demonstrativen Streik gegen alle aufdringlichen Arbeitgeber um uns und in uns.

Warum wird dieses Gebot (übrigens neben dem Elterngebot das einzige positive!) so kräftig herausgehoben? Antwort bekommen wir, wenn wir weiterfragen: was kehrt denn in all den verschiedenen Fassungen des Gebots wieder? Nur dies eine: am siebenten Tage sollst du deine Arbeit liegen lassen. Hier kommt am klarsten heraus, dass die Gebote eine wahre Wohltat sind, wie eine gute und angenehme ärztliche Verordnung: du darfst mit bestem Gewissen an jedem siebenten Tag nichts tun! Du darfst faulenzen auf Befehl! Wer es in den anderen Geboten nicht bemerkt, der kann es hier ein für allemal erkennen: es ertönt die Stimme der Barmherzigkeit, die Stimme der Freiheit.

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