02.12.2010
REZENSIONEN

Rezension von Thomas Hafner

Rezension von Thomas Hafner

Nach landläufigem Verständnis sind Glauben und Wissen zwei völlig verschiedene Dinge, die sich so gut wie ausschließen. Wenn man etwas nicht wisse, könne man es allenfalls noch glauben. Dieses Überlegenheitsgefühl auf Seiten der „Wissenden“ beziehungsweise einiger intellektueller Kreise fasste Erich Kästner seinerzeit in das ironische Diktum: „Wir haben’s schwer,/ denn wir wissen nur ungefähr, woher,/ jedoch die Frommen/ wissen gar, wohin wir kommen!/ Wer glaubt, weiß mehr!“ Im vorliegenden Buch nehmen Wissenschaftler zu der simplifizierenden Auffassung des Verhältnisses von Glauben und Wissen Stellung. Sie gewinnen Kästners Worten einen positiven Sinn ab: Wer glaubt, weiß tatsächlich mehr als der Skeptiker! Der Herausgeber Hermann Sautter … hat acht Beiträge von Professoren und Studenten zum Thema gesammelt. Die nach Länge, Stil und Blickwinkel verschiedenen Aufsätze geben Aufschluss über die Glaubensgrundlagen einiger wissenschaftlicher Disziplinen.

… Aus den Beiträgen wird deutlich, dass das „Faktenwissen“, das sich wissenschaftlicher Forschung verdankt, auf „Glaubenswissen“ angewiesen ist, das in Lebenserfahrungen beziehungsweise in der Tradition wurzelt. Das Glaubenswissen ordnet das Faktenwissen in einen Sinnzusammenhang ein. Für die moderne Höherbewertung des Faktenwissens gibt es keine vernünftigen Gründe. Christen können und sollen lernen, beide Arten des Wissens zu pflegen – unvermischt und ungetrennt. Das Buch eignet sich für Leute, die dem Verhältnis von Glauben und Wissenschaft nachgehen möchten. Es empfiehlt sich auch als Gesprächsgrundlage für Studiengruppen oder in der Erwachsenenbildung – dies auch dank des günstigen Preises.

Thomas Hafner in „Jahrbuch für evangelikale Theologie“ 2008, S. 290 - 292

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