29.11.2010

Prof. Dr. Peter C. Hägele

Was versteht ein Physiker unter Zeit?

1. Solang mich niemand danach fragt ... "Was ist Zeit?" wurde ein Student gefragt. Er antwortete: "So etwas Ähnliches wie Radioaktivität: Man riecht sie nicht, man schmeckt sie nicht, und irgendwann fallen einem die Haare aus." Ob das ein Physiker war? Und der Nobelpreisträger FEYNMAN schreibt in seinen bekannten "Lectures on Physics": "Time is what happens when nothing else happens." Auch diese Antwort klingt recht witzig, zeigt aber zugleich die Hilflosigkeit, wenn es darum geht zu erklären, was Zeit ist. FEYNMAN ist mit seiner Definition selbst nicht zufrieden und meint, worauf es schließlich ankomme, sei nicht, wie man Zeit definiert, sondern wie man sie mißt. Ist das der typische Ausweg der Physiker, sich auf das Meßbare, Quantifizierbare zurückzuziehen? Wie jeder andere erlebt auch der Physiker Zeit in vielfältiger Weise: Er nimmt sich die Zeit, einen Aufsatz zu schreiben, obwohl er eigentlich keine Zeit hat. Oft vergeht ihm die Zeit wie im Fluge, dann wieder verrinnt sie träge. Auch er verwendet im Alltag Bilder, in denen die Zeit als eine Art Substanz, als vergänglicher Besitz, als fließender Strom vorgestellt ist. Zeit hat aber noch weitere Aspekte.

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