30.11.2010

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann

Wir haben den Horizont weggewischt (F. Nietzsche)

Das Evangelium verkünden unter den Bedingungen der Postmoderne

Das Evangelium verkündigen unter den Bedingungen der Postmoderne a) "Der tolle Mensch" "Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittag eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: 'Ich suche Gott! Ich suche Gott' - da dort gerade viele von denen zusammenstanden, die nicht an Gott glaubten, so erregte er ein großes Gelächter. Ist er denn verlorengegangen?, sagte der eine. Hat er sich verlaufen wie ein Kind?, sagte der andere. Oder hält er sich versteckt? Fürchtet er sich vor uns? Ist er zu Schiff gegangen? Ausgewandert? - so schrien und lachten sie durcheinander. Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken. 'Wohin ist Gott?', rief er, 'ich will es euch sagen. Wir haben ihn getödtet, - ihr und ich. Wir alle sind seine Mörder. Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszustrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was thaten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitswärts, vorwärts, nach allen Seiten? Giebt es noch ein Oben und Unten? Irren wir durch ein unendliches Nichts? ... Ist es nicht kälter geworden? ... Müssen nicht Laternen am Vormittag angezündet werden? Hören wir noch nichts von dem Lärm der Todtengräber, welche Gott begraben? ... Gott ist todt! Gott bleibt todt!"

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